Es ist fast vier Uhr morgens, beste Blog-Zeit also. Ich bin ziemlich müde, aber ich habe noch zu viel Adrenalin in mir und bin gerade einfach nur glücklich, dass die letzten Stunden so ausgegangen sind, wie es jetzt ist. Gegen 0.15h sind zwei Feuer ausgebrochen im Haus. Eines im Keller und eines im vierten Stock, ein paar Zimmer neben meinem. Der Feueralarm ist wirklich schlimm hier. Überall Blitzlicht und Sirenen, die einem wirklich Gänsehaut verpassen. Die Feuerwehr hatte es wohl ziemlich schnell im Griff, aber die Sprinkleranlagen haben den kompletten dritten und vierten Stock unter Wasser gesetzt. Wir saßen drei Stunden draußen und haben uns schon ausgemalt wie es in unserem Zimmer ausehen würde, was das Wasser alles zerstört hat. Bye bye Notebook, Cam, Ipod und vor allem die ganzen persönlichen Sachen. Unsere Nerven lagen wirklich blank. Aber zum Glück ist unser Zimmer eines von fünf Zimmern in beiden Stockwerken, die komplett in Ordnung sind. Ich habe die anderen Zimmer noch nicht gesehen, aber ich bin einfach nur froh, dass alles noch ganz ist.
Und da ich gerade so wunderbar erleichtert bin, ist das eine wunderbare Überleitung zu einem der lustigsten Wochenenden in meinem Leben. Am Samstag haben wir uns zwei Ford Mustang gemietet und sind mit insgesamt sieben Leuten nach Key West gefahren. Allein die Fahrt war schon wirklich toll. Cabrio, blauer Himmel, Sonne, viel Meer um sich herum. Key West war ein wirklich schöner Kontrast zu Miami. Viele Holzhäuser bzw. Holzvillen, keine Glamourclubs, sondern gemütliche Bars und Restaurants und die Taxen sind pink (was vielleicht im Zusammenhang mit den 70% Schwulen steht). Nur der angeblich so tolle und berühmte Sonnenuntergang war enttäuschend, genau wie der saumäßig dreckige Strand, aber hey, wir waren am südlichsten Ort Floridas ;D Und wir hatten ein wirklich wunderschönes Appartment. Die Open-Bar hat den Preis dann wieder ausgeglichen, als wir mit unseren Drinks im Pool und Jacuzzi saßen. Paradise. Der zweite Tag war auch voll mit Action. Besonders als einer der lieben Schweizer so intelligent war, den Autoschlüssel in den Kofferraum zu legen und den Kofferraum zu schließen. Wunderbar. Ein offenes Auto ohne Schlüssel. Aber nachdem wir eine Stunde auf den Schlüsseldienst gewartet haben und der “nur” vier Stunden gebraucht hat den Kofferraum zu öffnen, konnten wir endlich nach leckerem Dinner im Hardrock Cafe zurück nach Miami fahren. Komischerweise war der Nachmittag trotz des ganzen Wartens super. Das könnte allerdings auch am ganzen Kaffee und den zwei Kilo Babymöhren liegen, die wir zu viert gegessen haben.
In fünf Tagen sitze ich im Flieger nach Hause. Ich muss wirklich sagen, sechs Wochen Miami sind genug. Der Strand, das Meer, das Wetter und die Atmosphäre sind ohne Frage super und ich werde es sicher vermissen, aber nach sechs Wochen hat man wirklich alles gesehen. Ich würde gerne noch etwas rumreisen in den USA, aber ich freue mich vor allem auf das Essen zu Hause. Ich bin wahrscheinlich für die nächsten Monate geheilt von Fast Food und werde mich nur noch von gutem Brot, Käse, Aufschnitt und Marmelade ernähren. Yeah.


In elf Tagen sitz ich im Flieger nach Hause. Ich hab jetzt schon “Anti-Heimweh”. Ich werde das Meer, die Temperaturen und die Atmosphäre vermissen. Klar, freue ich mich auch auf zu Hause, aber ich mag die Mentalität hier. Jeder ist offen, man lernt so viele Leute kennen. Das gibt es in dieser Art zu Hause leider nicht.





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